Donnerstag, 22. Juni 2017

konfrontation for the win

gibt es sowas wie eine pullover-strick-phobie? seit jahren tue ich mich schwer mit selbstgestrickter kleidung. der projekt-focus bei der wollbindung liegt deshalb auch unbestritten im accessoire-bereich (aber ich bin halt auch eine sehr große liebhaberin von tüchern und shawls).
selbstgestrickte pullis oder auch strickjacken brauchen bei mir eeeeeewig bis zur fertigstellung. das beste beispiel dafür waren zuletzt die 2 jahre für das linen tee oder auch der schon gut abgehangene projekt-status beim breathing space.



laut wikipedia empfiehlt sich bei gut strukturierten phobien eine konfrontationstherapie. wissenschaftliche studien bescheinigen ihr eine hohe wirksamkeit und wer bin ich, das in zweifel zu ziehen? ganz im gegenteil. vielmehr feiert hier das motto "nach dem pulli ist vor dem pulli" fröhliche urständ, und ich habe das neue sommerpulli-projekt schon aus der taufe gehoben, da war das linen tee noch nicht ganz trocken. 

als versierte strickerin mit einem gut gefüllten wolllager hatte ich zudem beizeiten vorgesorgt. so lagerte das wunschgarn für das neue projekt bereits seit zwei jahren ein. ito sollte es diesmal sein - meine premiere. gima 8.5, eine baumwollqualität gemeinsam mit niji als beilauffaden mit farbverlauf.
.


um aber auch meine bitter gemachten erfahrungen der letzten jahre zu berücksichtigen und mir das therapeutische stricken nicht noch schwerer zu machen, musste das neue projekt diesmal diverse anforderungen erfüllen:
  • keine streifen (das motivierende streifen stricken funktioniert ja gerade schon beim breathing space nicht)
  • top-down (bei bottom up hänge ich am ende nur wieder am ausschnitt und komme nicht weiter)
  • seamless (logisch)
  • maschenprobe 24m x 33r (am liebsten)
anhand dieser wunschparameter klapperte ich meine ravelry-queue ab und dachte auch über das neue modell von ankestrick nach, den summer. und genau der erfüllte schließlich die punkte 1-3 haargenau und kam auch der maschenprobe angenehmerweise so nahe, das sich das mit einer größe größer prima lösen ließ.

und so konnte ich die vom linen tee gerade befreite 3.75-nadel gleich nutzen, um mein sommergestrick 2017 anzuschlagen, das hoffentlich nicht zum sommerpulli 2019 mutiert.




bislang verläuft jedoch alles ganz smooth und nach plan. die verkürzten reihen für den ausschnitt und die schultern sind erledigt und auch die ärmelmaschen habe ich schon stillgelegt. aktuell stricke ich nun an der höhe der armausschnitte herum, bevor ich wieder alles auf eine nadel nehmen kann, um in runden den körper zu stricken. da könnte man ja schon fast sagen: der drops ist gelutscht. 

aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich da nicht noch untiefen wittern würde. also: nur nicht zu früh freuen, sondern lieber wieder ab auf die couch und schön weiter konfrontiert ;)

Sonntag, 18. Juni 2017

very #lazysunday


ganz ohne viele worte - ein sehr entspannter sonntag im frisch renovierten gartenhäuschen mit ganz besonderem besuch: der kleine kerl unten rechts im bild schaute sogar öfter vorbei.

Freitag, 16. Juni 2017

wollbindung on tour: lissabon - die planung

es wird zeit für eine neue städtetour. natürlich mit woll-faktor ;) diesmal geht es nach lissabon, und nach den guten erfahrungen mit der paris-planung im letzten jahr bin ich nun gespannt, wie das ganze nun für lissabon klappt.



auch diesmal werde ich mit meiner mama und meiner schwester unterwegs sein. da liegt der fokus auf alle fälle bei sightseeing und viel gemeinsamer zeit. dennoch möchte ich gerne ein bißchen qualitäts-wollzeit unterbringen.

die recherche

wie schon bei paris habe ich mich zunächst mal bei ravelry.com, knitmap.com und yarn-shops.com umgesehen.


Screenshot: ravelry.com
Screenshot: knitmap.com
Screenshot: yarn-shops.com

die treffer

interessanterweise liefert ravelry, die bei meiner paris-recherche am besten abgeschnitten hatten, nun die wenigsten ergebnisse. deutlich mehr waren es bei knitmap; die meisten treffer gab es dann bei yarn-shops.

bei einem genaueren blick auf die ergebnislisten, macht es ravelry dann wieder am besten. jeder shop hat eine gut gepflegte übersichtsseite, die auf einen blick die wesentlichsten infos liefert:
adresse, öffnungszeiten, webpräsenzen und - ganz wichtig! - die dort gekauften und auf ravelry erfassten garne (ie. das sortiment). schließlich muss ich bei meinem kurztrip nicht unbedingt einen laden aufsuchen, der dann garne anbietet, die ich genauso gut hier vor ort kaufen kann. 

bei knitmap sind diese informationen mal mehr, mal weniger verfügbar und angaben zum sortiment fehlen leider ganz. ab und an gibt es auch kommentare von nutzern, die die läden bewerten und dann wiederum ganz hilfreich sein können.
yarn-shops bietet zu seinen treffern nur noch je eine seite mit adresse und links zu webpräsenzen und fotos (so vorhanden...). damit schneidet das portal für mich am schwächsten ab.

wohin solls gehen?

da ich diesmal vor ort zeitlich so limitiert bin, gibt es keine top4-liste wie in paris, sondern nur einen ganz klaren favoriten, den ich mir auf keinen fall entgehen lassen möchte: das rosa pomar, das mir übrigens auch schon ganz unabhängig von meinen recherchen empfohlen worden war. 


screenshot: retrosaria.rosapomar.com

ein blick bei ravelry zeigte schon, dass ich hier das interessanteste und für mich beste woll-angebot finden werde. zudem liegt der laden zentral im bairro alto und ist auf  touristischen streifzügen gut zu erreichen. und ganz besonders freue mich dabei schon auf das studio linen von erika knight, das ich in köln auf der h+h kennengelernt habe. da überlege ich auch schon an einem projekt herum, einfach, weil ich das garn so schön finde.

viel schief gehen kann ja nun nichts mehr. und ich kann mich ganz entspannt noch ein bisschen rundum informieren und auch vorfreuen ;)



Montag, 5. Juni 2017

let´s talk about sockblanks, baby!

ich bin sockblanks-süchtig und habe zur zeit einen riesengroßen spaß dabei, aus bunt gefärbten "stricklappen" socken zu stricken. interessanterweise sind sockblanks gar keine so neue sache, aber gerade haben sie eine kleine, feine renaissance. 
hier bei der wollbindung habe ich 2008 schon mal beim tausendschön in saarbrücken ein 50g-sockblank (da hieß es noch sockenzauber) selbst gefärbt und zu sneaker-socken verstrickt. damals erschien mir die idee dahinter noch nicht sooo wahnsinnig aufregend, aber inzwischen muss ich sagen: diese sockblanks bieten ziemlich reizvolle möglichkeiten.

sockblanks sind maschinengestrickte stücke mit offenen kanten oben und unten. es kann also einfach an der oberen kante aufgezogen und direkt wieder verstrickt werden. zwar ist der faden (wie bei jedem schon mal gestrickten garn) etwas kräuselig, aber das gibt sich spätestens nach dem ersten waschen oder blocken wieder. 


dass ich heute darüber schreibe, liegt aber zuallererst einmal an liesa und ihren nigelnagelneuen sternenstaub-sockblanks, die sie ganz frisch zur atelier-eröffnung im angebot hatte. ich war direkt so begeistert von ihrer angestrickten sockblank-socke, dass ich mir als atelier-eröffnungs-souvenir direkt selbst eines kaufen musste. 




ein richtiges punk-sockblank könnte man sagen und es war zum einen sehr, sehr spannend, es zu verstricken (wie die farben sich entwickeln und welche effekte entstehen),  zum anderen hat mich sehr begeistert, wie klar und leuchtend die farben waren und auch im gestrick blieben.


tolle effekte wie handgesponnen


anfangs war ich wirklich überrascht, wie grünstichig die socke wurde, da doch das sockblank viel naturfarbener erschien, aber das macht dann genau den reiz wieder aus. und besonders bei diesen wilden färbungen entstehen ähnliche effekte wie bei handgesponnenem garn. 




um auch bei der zweiten socke ähnliche farbeffekte zu erzielen, habe ich das sockblank nach der ersten socke einfach komplett aufgezogen und von der anderen seite verstrickt. das hat wunderbar funktioniert und das ergebnis sieht nun so aus:





nachdem diese socken fertig waren, war ich so begeistert, dass ich bei liesa gleich das nächste sockblank geordert habe. diesmal eines mit blockstreifen. ich mag diese langen farbverläufe generell. sockblanks haben dabei aber noch die charmante eigenschaft, dass der farbwechsel geringelt stattfindet, da sich die farbe nicht genau an einer bestimmten stelle ändert sondern eben über ein paar reihen des gestrickten sockblanks. 

doch lieber lange degradé- oder farbverläufe?


um besser zeigen zu können, wie das nun verstrickt aussieht, habe ich hier die einzelnen teile fotografiert. wie so eine foto-love-story :D









damit sich nun bei socke no. 2 die farben ähnlich verteilen, stricke ich auch hier wieder von hinten nach vorne. also: sockblank aufziehen und wieder bei orange anfangen.


fast zu schade zum verstricken - bedruckte sockblanks


neben den wilden färbungen und solchen mit langen farbverläufen gibt es (vor allem in übersee) noch einen ganz anderen trend: bedruckte sockblanks, die bisweilen fast zu schade zum verstricken sind:

mit vögeln, gesprenkelten vögeln, prinzessin leia, käfern, regenschirmen...und das ist nur eine kleine rundschau. etsy bietet das einiges.

falls ihr nun auch mal sockblanken möchtet, kommt hier die kleine, feine für den ersten einstieg:


  • international, z. b.
    easyknits sushi-rolls (lange farbverläufe)
    oder mal "sockblank" bei etsy in der suche eingeben
sowie ein guter einstiegs-artikel dazu bei craftsy (englisch).

ABER AUCH
ganz herzlichen dank für all das positive feedback und kommentare hier, auf instagram & facebook zum linum tee! auch wenn es mich während des strickens so geärgert hat, bin ich sozusagen sofort wieder aufs pferd gestiegen und habe das nächste sommerpulli-projekt angeschlagen. diesmal topdown mit shortrows und in runden. es wäre doch gelacht, wenn es diesmal nicht entspannter läuft.

Dienstag, 30. Mai 2017

was lange währt oder auch: wie mich the fisherman rib den letzten nerv kostete

als ich am sonntag endlich, nach mehr als 2 jahren, das linum tee fertig strickte, war ich zwischenzeitlich so sauer, dass ich es beinahe wieder mal in die ecke gepfeffert hätte. dann hätte es nochmal ein jahr gedauert. es gibt so gestricke. einfach fürchterlich.



dabei hatte alles so hoffnungsfroh begonnen. mit einem tollen besuch in der mercerie, meinem ersten garn von quince & co sowie einem wohlüberlegten wunschprojekt. aber wie es dann immer so ist: der herbst kam und ich strickte immer noch. 

zwischendrin wurde dann klar, dass mir das garn nicht reichen würde und ich setzte himmel und hölle in bewegung, um noch einen letzten strang aus demselben farbbad zu ergattern. uffz - hat geklappt. 



letztes jahr lag ich dann schon mal in den letzten zügen, nur um dann festzustellen, dass ich beim fisherman rib-muster zweimal das garn nicht richtig erwischt hatte und das garn jeweils nur halb in der masche verstrickt war. dummerweise lässt sich dieses patentmuster mit tiefergestochenen maschen in hin- und rückreihen überhaupt nicht gut durch "masche fallen lassen und wieder hochstricken" reparieren. im gegenteil. als es dann ganz schlimm aussah, habe ich halt wieder aufgeribbelt. und neu gestrickt. ich glaube, insgesamt habe das muster vorne und hinten drei- oder viermal neu gestrickt. am sonntag dann fast schon wieder. denn da entwischte mir eine masche beim schließen der schulternähte. aber die habe ich dann doch wieder erwischt. das dumme ding.



dabei ist weder die anleitung noch das garn nicht zu empfehlen. im gegenteil: das leinengarn strickt sich eigentlich sehr prima und das gestrick trägt sich wirklich angenehm bei den aktuellen hochsommerlichen temperaturen. nur für mich war eben dieses patent-dings einfach nicht das richtige und so halb abgestrickte maschen kann ich eben nicht leiden...

aber nun - hallelujah! - ist es fertig. mit angestrickten bündchen am ausschnitt und an den ärmeln. mit vernähten fäden. und gewaschen. und getrocknet (was ja schnell ging bei diesen hochsommerlichen temperaturen). und bereits angezogen und ausgeführt. denn was mich so nervt beim stricken, das muss dann halt beim tragen spaß machen! insofern: haken dran. und das nächste sommergestrick wird dann halt wieder entspannter.

linum tee, von bristol ivy, 261g sparrow von quince & co (100% leinen), col. juniper, nadeln 3.5 & 3.75, gestrickt vom 01. mai 2015 - 28. mai 2017.

Dienstag, 23. Mai 2017

wollbindung näht: die shibori-tasche

für alle, die sich vielleicht schon gewundert haben, was da für ein rumpf-post online war (und leider wohl noch per rss-feed ausgeliefert wird) - man sollte auch wochenends nicht vor dem ersten kaffee an den blogbeiträgen rumfummeln und die ersten halbsätze schon mal aus versehen online stellen... für alle tipps, wie ich den rss-feed nachträglich noch mal aussteuern kann, wäre ich zudem ewig dankbar. 
aber nun kommt erst mal die auflösung und die ganze geschichte zum letzten samstag ;)

DENN ES WAR SO:
seit dem shibori-workshop bei renna deluxe im letzten juli wollte ich so gerne das stück baumwollstoff, das ich dort unter anderem gefärbt hatte, in einer tasche verarbeiten. allerdings war mir auch sehr klar, dass ich - bei einem solchen unterfangen ganz auf mich allein gestellt - kläglich scheitern würde. denn irgendwie will der nähknoten bei mir nicht so recht platzen. obs an der mangelnden übung liegt? zumindest in meinen nähkursen hatte ich eigentlich immer viel spaß, nur zuhause - allein an der nähmaschine - bin ich eher gestresst als fröhlich werkelnd.

umso erfreuter war ich, als grit hoff vom gleichnamigen nähatelier (bei ihr hatte ich schon ein paar kurse besucht (einsteigernähen, patchwork & applikationen) einen taschen-workshop anbot, was so perfekt zu meinem plan passte, dass ich das einfach machen musste. und kursleiterin war nicole mouzon/ la petite france, die ich sogar schon kannte. 

das ganze taschenmaterial wie tragegurte, reißverschlüsse und das vlies zum verstärken habe ich in frankfurt bei wächtershäuser gekauft. ich arbeite da um die ecke und in der mittagspause ließ sich das prima erledigen, zumal der laden in sachen kurzwaren keine wünsche offen läßt.
da der shibori-stoff gesetzt war, suchte ich im stoffladen zwei ecken weiter als taschenstoff einen dunkelblauen jeansstoff aus und wählte für das futter einen ebenfalls jeansblauen stoff mit sternchen, der das ganze ein bißchen weniger streng macht (allerdings gab es auch nicht viel alternativen, fand ich).



am letzten samstag stand ich also wohl ausgestattet und auch ein bißchen aufgeregt im nähatelier (am freitag abend zuvor hatte ich mich beim handgemacht ja schon in einen ganz heiteren modus gestrickt *klick*). 
mit dabei waren zwei weitere mitstreiterinnen - also ein ein kleiner, feiner workshop. und es war perfekt, dass wir alle keine wahren näh-könnerinnen waren, aber dafür mit viel eifer bei der sache. so wurde es wirklich lustig und ein toller, kurzweiliger tag. 

zunächst haben wir alle teile (27!) zugeschnitten und - wo nötig -  vlies und verstärkung aufgebügelt. anschließend starteten wir mit der tasche auf der tasche, die gleich 2 reißverschlüsse hat (und man ahnt es: reißverschlüsse einnähen ist ja eine knifflige sache) allerdings finde ich, dass ich mich recht achtbar geschlagen habe und bin, auch wenn der obere reißverschluss leicht schief eingenäht ist, ziemlich zufrieden mit der shibori-musterung und überhaupt. 


innentasche auf innenfutter

danach konnte mich eigentlich nichts mehr schrecken, auch wenn ich die eine oder andere naht auch tapfer wieder aufgetrennt habe, wenn die maschine nicht ganz so nähte, wie ich wollte. und sogar die tragegriffe habe ich hinbekommen.  


nach dem wenden - sieht ja schon mal wie eine tasche aus...

dank nicoles anleitung und erklärungen hat alles prima geklappt und ich bin wirklich und wahrhaftig am nachmittag mit einer komplett selbstgenähten tasche rausspaziert!


das gute stück


taschen-schau - dreimal anders

dummerweise bin ich nun schrecklich übermotiviert und würde am liebsten gleich weiternähen (ich sag ja: im kurs macht es einfach mehr spaß). am besten sichte ich mal die bestände hier. und netterweise gibt es bei grit immer wieder ein offenes altelier zum individuellen nähen. vielleicht wäre das fürs weitere nähen eine idee.

Sonntag, 21. Mai 2017

wollbindung vor ort: knit night im handgemacht in wiesbaden

alte stricker_innen-weisheit: ein wochenende, das mit einer knit night im lieblingswollladen beginnt, kann nur ein großartiges wochenende werden.


nachts sind alle wollläden bunt!

damit strickts sich nochmal so gut ;)

wollweihnachtskugel im frühlingslook :D
der hiesige lieblingswollladen, das handgemacht in wiesbaden-bierstadt, öffnet bisweilen freitag abends seine türen extra-lang für eine knit night. ich habe schon einige dieser stricknächte besucht und finde ja, dass die einfach viel zu selten stattfinden. 
der kleine laden platzt dann zwar ein bißchen aus allen nähten, aber es gibt einfach keine besseren gelegenheiten, sich abseits von stricktreffen mit anderen stricker_innen (und bisher unbekannten leserinnen *wink*) auszutauschen und ins gespräch zu kommen, alle möglichen garne vor ort direkt in augenschein zu nehmen, neue projekte zu planen und sich viele, viele neue inspirationen zu holen. das ganze begleitet von perligen getränken und ein paar snacks. eine ziemlich feine sache in allen belangen.


wolle an snack-buffett. und: da sind schafe auf den keksen!

sabine, die bei handgemacht arbeitet, war zudem gerade von einem händler-besuch bei sandnes garn in norwegen zurückgekommen, hatte fantastische magazine, bücher und garne mitgebracht und zeigte uns wundervolle bilder mit viel natur und neuen modellen. außerdem war das neue laine magazin gerade frisch eingetroffen und auch hier schmökerten wir uns durch die anleitungen und berieten eine von uns gleich mal bei der möglichen farbwahl für den shawl birds of feather.

und wenn das nicht schon alles für einen perfekten strickabend reichen würde, kommt noch dazu, dass so eine gesellige runde die besten rahmenbedingungen bietet, um ungeliebte strickarbeiten kurzweilig und gut unterhalten zu erledigen. in meinem fall bedeutet das, dass das langzeit-sommergestrick vielleicht doch in diesem jahr fertig werden könnte. immerhin habe ich da die maschen für das vorderteil mal wieder aufgenommen. das muss ich nämlich nochmal stricken, weil ich beim ersten durchgang  zwei fehler eingebaut hatte. ich weiß also, was ich heute stricke ;)


Sonntag, 7. Mai 2017

von der bändigung des bändchengarns

[werbung | pr-sample] ein grauer, verregneter sonntag im mai war das heute. da konnte man prima zuhause bleiben und endlich mal letzte hand anlegen an ein paar der zahlreichen projekte. es soll nämlich erst noch was fertig werden, bevor ich was neues anfangen möchte. und dabei habe ich doch schon so viele ideen und begehrlichkeiten, was ich in diesem sommer unbedingt noch stricken möchte.
es war also finishing-sonntag. mit letzten reihen, fäden, die vernäht und fransen, die eingeknüpft wurden (immer wieder erstaunlich, wie sehr das dann doch wieder aufhält). 




nicht ganz so flott von der hand, wie man bei nadelstärke 8 vielleicht meinen könnte, ging mir der lana grossa-schal aus alcanto & silkhair* von der hand, der heute endlich zu seiner vollen pracht gefunden hat (mit fransen nämlich). 
zuletzt habe ich eher zuhause oder beim stricktreffen daran gestrickt, denn als mitnahme-projekt war er mir dann doch etwas zu voluminös. und dazu kam dann noch das divenhafte bändchen-garn alcanto. ein etwas sperriger zeitgenosse - zumindest bei mir. 

ich habe bislang nicht final herausgefunden, ob es einfach an mir liegt und meiner etwas unüblichen art, den faden mehrfach (also sehr oft) um den zeigefinger der linken hand zu schlingen oder ob es generell herausfordernd ist, bändchengarn so zu verstricken, dass es sich nicht innerhalb von wenigen reihen zu einer unschönen kordel verzwirbelt und von der hübschen bändchen-haftigkeit schließlich gar nix mehr zu sehen ist. 
ich verbrachte also bei fast jeder reihe zeit damit, das knäuel samt garn wird zu entwirren und glatt zu bekommen. zuerst habe ich dafür immer das garn am knäuel mit einer stecknadel fixiert und sich dann das knäuel hängend drehen lassen, bis mir schließlich beim stricktreffen beate den tipp gab, dafür ein gummiband zu verwenden, was sich als viel komfortabler erwies und sich absolut positiv auf meinen strick-flow auswirkte.



inzwischen habe ich das phänomen auch mal gegoogelt und bin dabei auf ein ganz aufschlussreiches video von letsknit2gether aus dem jahr 2006 (!) gestoßen, in dem es diverse gute tipps gibt, wie das stricken mit bändchengarn allgemein besser klappt (wobei der tipp mit dem gummiband fehlt - es gibt aber hinweise, wie die knäule stabilisiert werden können) und auch welche muster sich allgemein gut für diese art von garn eignen. 

wenn man sich also mit der divenhaftigkeit des alcanto anfreundet, kann etwas ganz schickes daraus werden. seit heute nachmittag freue ich mich nämlich über diesen wirklich edlen sommerschal und überlege, mit was ich ihn morgen früh fürs büro kombinieren werde.



neben den farben gefällt mir ja nochmal so gut, wie schön plastisch das kraus-rechte alcanto-gestrick erscheint. da hat sich doch das geduldige entzwirbeln schon gelohnt. 

für 180 cm länge mit 50 cm breite habe ich 25g silkhair und 130g alcanto verbraucht. er ist somit ein echtes leichtgewicht, und da das wetter hier weiterhin recht regnerisch daherkommt, hat er noch gute chancen, zu zeigen, was er so kann.



schal aus alcanto & silkhair melange, modell 13 aus lana grossa lookbook f/s 2017, 130g alcanto (col. 01) und 25g silkhair (col. 703) von lana grossa, nadel #8, gestrickt vom 24. märz bis 07. mai 2017.

*das garnpaket für den schal habe ich kostenlos von lana grossa anläßlich der h&h im märz in köln bekommen / zum beitrag.
mehr zu werbung auf la wollbindung

Sonntag, 30. April 2017

wollbindung on tour: das sternenstaub-atelier in panzweiler


samstag vor einer woche konntet ihr es schon auf der facebook-seite der wollbindung sehen - und erinnert ihr euch noch an meinen kurzbesuch beim rauwerk in münchen? der wunderbare weihnachtstage-einstieg letztes jahr: zwar kurz und knackig, aber ein echter seelenort.  in panzweiler im hunsrück gibt es nun etwas ganz ähnliches: das sternenstaub-atelier.



liesa (die toughe frau hinter sternenstaub-wolle und zudem auch eine gute freundin) und ich kennen uns schon lange (gerade habe ich hier mal im blog nachgesehen: das erste sternenstaub-projekt gab es 2012). ich glaube, es war auch bei den sternenstaub-stricktreffen in wiesbaden, die liesa organisierte, bei denen ich ihre wolle, und wir uns kennenlernten. der kontakt riss nie ab und seit knapp 2 jahren stricken wir in privaterer runde regelmäßig miteinander. 

neben kind und regulärem job hat sie die handfärberei in den letzten 5 jahren immer weiter entwickelt und dabei ein ganz einzigartiges system etabliert: bei sternenstaub-wolle gibt es nämlich über 80 verschiedene färbungen auf 15 möglichen rohgarnen - je nach projektidee und wollwunsch also ungeahnte farbmöglichkeiten.
von lace bis chunky ist da alles dabei, und mir gefällt dabei besonders gut, dass man bei ihr auch mal was dickes handgefärbtes bekommt, wie beispielsweise eine dk-, worsted- oder eben chunky-qualität und nicht nur die gängigen fingering- & lace-garne.



als liesa nun am letzten wochenende zur eröffnung des neuen sternenstaub-ateliers im hunsrück einlud, war es für uns, die wiesbadener strick- und freundinnenrunde, natürlich ehrensache, sie an diesem besonderen tag zu unterstützen und das atelier direkt "anzustricken". wir packten also uns mit viel guter laune ins auto, um einen großartigen tag zu verbringen.

das sternenstaub-atelier findet ihr im eventhaus in panzweiler direkt am ortseingang. liesa hat ihr atelier so liebevoll eingerichtet, dass man sich sofort willkommen fühlt. es gibt eine couch und bequeme stühle, regale voll mit den schönsten farben,  und dank des großen fensters (mit blick in viel gegend) kann man die garne bei bestem licht bewundern (und dabei projektpläne schmieden).
im selben gebäude, ein stockwerk höher, werden die sternenstaub-garne auch gefärbt. man sitzt also mittendrin im sternenstaub-universum.



wir und all die anderen gäste hatten eine großartige zeit und viel spaß an diesem tag. zwischen 11:00 und 16:00 uhr gab es viel kommen und gehen, leckeres finger-food, guten kaffee und fachsimpeleien über nadelvorlieben, die beste farbe für das nächste projekt oder was man schon immer mal stricken wollte. stricker_innen unter sich habens halt einfach (fast) immer gut. 
der ganze raum ist so gemütlich, all die garne und farben in ihrer ganzen pracht, aber auch die besucher und gäste haben so viel lust und stricklaune gemacht, dass ich ganz flugs meine socken fertig gestrickt habe und gleich material für das nächste paar einkaufte - und ja, ihr dürft mich liebevoll daran erinnern, dass das lager mehr als gut gefüllt ist ;)


sockengestrick an kaffee.

sockenschnecke. hier ist die farbe programm: stricken mach glücklich.




meine standardsocken, gr. 40,  73g twisty star (80% schurwolle, 20% polyamid (high twist))von sternenstaub-wolle, col. stricken macht glücklich, nadel 2.5, gestrickt vom 18. februar bis 23. april 2017.


hier noch die infos für alle, die das ganze einfach mal selbst ausprobieren wollen - ich kann es sehr empfehlen :)

sternenstaub-atelier 

hauptstrasse 14
56865 panzweiler

termine offenes Atelier (1-2x/Monat)
sa, 27. mai 2017, 11-15 Uhr
sa, 10. juni 2017, 11-15 Uhr

mehr und aktuelle termine gibt es online: 

Sonntag, 23. April 2017

xanthe

ende januar hatte ich noch so unbändige lust auf irgendein mystery-gestrick. doch dann lief mir die ausschreibung für das teststricken von xanthe über den weg. da das so gut passte mit den garnen aus dem gut gefüllten wolllager und mich dazu die gesetzte deadline ende märz aus meiner strick-bummelei ziehen sollte, habe ich mich beworben - und: bekam den zuschlag. 


xanthe ist ein rautenförmiger schal mit gestreiften kraus-rechts teilen und zwei lace-bereichen. streifen und kraus-rechts finde ich schon mal ziemlich grundsätzlich gut. und lace - ach, das hatte ich schon länger nicht mehr gemacht, warum also nicht? 
gefordert waren 3x fingering weight (also sockenwollstärke) und da bietet mein lager sehr viele möglichkeiten. entschieden habe ich mich dann mitte februar (nach einer beratung mit meinen strickmädels) für vier stränge hedgehog fibres sock, die ich mal als set bei stephen und penelope in amsterdam bestellt hatte. als hauptfarben habe ich wheres my bike (rosa gesprenkelt) mit tulip (pink) in den streifen kombiniert und den lace-part mit canal house (anthrazit) abgesetzt. damit auch bike bell (knallgelb) zu seinem recht kommt, habe ich während des stricken 2 streifen pink damit ersetzt. 


mit den streifen in kraus rechts konnte ich mich erstmal ganz gemächlich in das rauten-stricken einarbeiten, um keine der zu- und abnahmen an den seiten zu vergessen. beim lace-part (der wirklich gut gecharted war) hatte ich dann aber doch ein paar anfangschwierigkeiten und musste 30 reihen doch erst mal auftrennen. als ich mich schließlich zähneknirschend damit abgefunden hatte, dass ich nun eben bei jeder reihe am chart "kleben" würde, machte es einfach "klick!" im kopf und es lief einfach wie von selbst. beim lace-stricken mag ich besonders die innere logik dieser muster. und wenn die sich dann wie von selbst erschließen, macht es einfach noch mal mehr spaß. 

am donnerstag abend vor der leipziger buchmesse habe ich dann auch die letzten lace-reihen beendet, nachts das ganze noch gewaschen und auf die spannmatten gepackt. denn von freitag bis sonntag war ich beruflich unterwegs und am folgenden montag sollte alles fertig und auch fotografiert sein für einen erfolgreich beendeten test. es war somit noch eine echte punktlandung (puh!). 

nach dem waschen und spannen der lace-teile (das kraus-rechts-gestrick spanne ich nicht, das darf einfach liegend trocknen), war xanthe 2,30 m lang und knappe 60 cm breit.



aber auch wenn es zuletzt noch durchaus stressig war, gelohnt hat es sich. und auch das stricken mit deadline hat mir gut getan. ich fürchte, ich würde noch jetzt daran stricken ohne diese zeitliche vorgabe. wobei ich sagen muss, dass ambah, die designerin, bei ihren tests immer genügend zeit einräumt. das ist wirklich gut machbar. 

nach kallara und der shine on hat war das nun mein dritter test für ambah. auch diesmal war die anleitung bereits technisch perfekt überarbeitet. gerade der lacepart, der sich durch die rhomben-form versetzte, stimmte im chart bis ins kleinste detail, was das testen für mich wirklich einfach machte. 

nach all dem trubel ende märz trage ich meine xanthe nun gern und oft. die farb-kombination macht laune und läßt sich zu meiner basis-garderobe prima kombinieren. und ich freue mich, dass die drei knäule aus dem lager eine so schöne strickheimat gefunden haben. 

xanthe, von ambah, 300g hedgehog fibres sock (90% merino, 10% polyamid), col. wheres my bike, tulip, canal house & bike bell, nadel #3.75, gestrickt vom 18. februar bis 24. märz 2017.

xanthe ist übrigens wohl altgriechisch und bedeutet die blonde. das würde zumindest erklären, warum ich unbedingt das gelb unterbringen wollte ;)

Sonntag, 16. April 2017

#froheostern


wir haben hier faule kaninchen, räumen ein bißchen im häuschen hin und her und lassen es uns ansonsten sehr gut gehen. habt frohe ostern und schöne zeiten bei allem, was ihr tut.

Sonntag, 9. April 2017

wollbindung in print: verena magazin frühsommer 2017

da schreibt man gute 11 jahre ins internet und verdient die möhren für die hiesigen kaninchen unter anderem mit unzähligen kundenanschreiben sowie newsletter-texten im job, aber wenn dann mal zwei seiten text gedruckt in einem strick-magazin erscheinen, fühlt sich das trotzdem (oder genau deswegen?) ganz besonders und unfassbar gut an.


schon im letzten sommer hat mich maike vom regenbogenschaf gebeten, für sie zwei texte zu schreiben. zum einen einen biografischen für ihre facebook-gruppe und dann noch einen kleinen image-text für die pascuali-seite. wir haben dazu ein bißchen hin und hergeschrieben, und ich habe auch noch einiges neues von ihr erfahren, obwohl wir uns schon seit fast 10 jahren kennen und sie mir schon seit jahren die haare schneidet.

als dann im september ihre anfrage für den verena-report kam, war ich trotzdem erstmal befangen. mehr als 1000 worte und dann noch für ein print-magazin. irgendwie ist das eine ganz andere liga, fand ich.
aber wir hatten ja schon eine gute basis: so oft bin ich schon von der u-bahn-station in bornheim mitte zur heidestrasse gelaufen, wurde von egon an der ladentür begrüßt und bin mit frischer wolle, neuen strickideen und schicken haaren wieder rausspaziert. 

original regenbogenschafe auf original regenbogenschaf-text.
nach der abgabe hieß es dann erstmal warten. bis im januar dann das vorab-pdf mit dem gesetzten text per mail kam.  das war schon cool, das layout zu sehen und das ganze als doppelseite. es hätte ja auch sein können, dass die redaktion noch mal umschreibt oder kürzt oder etwas ganz anderes daraus macht. hat sich aber nicht. ganz im gegenteil: "ausgesprochen interessant und sympathisch" fanden sie ihn. hach!


seit letztem mittwoch ist nun die verena-ausgabe auch regulär im handel zu bekommen. und auf den seiten 36 & 37 erfahrt ihr nun (fast) alles über maike selbst und ihre färbungen, garnqualitäten und was die regenbogenschafe mit früh aufstehen, echtem handwerk und ostpreußischen skudden zu tun haben ;) und das ganze sozusagen wollbindung-proofed!

beste maike, vielen, vielen dank für das vertrauen und die möglichkeit, für dich zu schreiben! es hat mich gefordert, aber auch viel spaß gemacht und ich freue mich auf noch viele besuche bei dir in der heidestrasse!