Montag, 10. Juli 2017

wollbindung on tour: lissabon - oder auch: folge dem weißen kaninchen*

was für eine schöne stadt! allerdings wurde auch schnell klar, dass eine stippvisite von knapp 4 tagen einfach nicht reicht. ich konnte also nur mal kurz reinschnuppern in die gassen, die pastelarias und in diesen wunderbaren wollladen...(es folgen viele bilder, aber dann gibts auch was zu lesen):

lissabon, praça do comércio mit arco da rua augusta**

strassenansicht in der graça**

mosteiro dos jerónimos / Hieronymitenkloster**

atlantik / blick auf cabo da roca**

atlantik / praia da crismina**

gut vorbereitet zu reisen ist ja schon mal die halbe miete und so habe ich die knappe zeit in lissabon ganz entspannt aufgeteilt zwischen schlendern, sightseeing, schaufenster bummeln oder aussichten genießen (davon hat lissabon so viele!) mit meiner mama und schwester und - immer schön & wichtig - ganz persönlich einen wollladen entdecken. noch dazu einen ganz besonderen: meiner meinung nach hat das rosa pomar nämlich nicht nur eines der am besten kuratierten woll-angebote der stadt, sondern dazu auch ein eigenes label mit sehr ursprünglichen garnen, teilweise aus portugiesischer herstellung und weiterverarbeitung. 

bevor man aber nase und hände in solche ursprünglichen schätze vergraben kann, sollte der reisende dem hier schon im titel beschworenen kaninchen vertrauensvoll in einen hausflur und dann das doch recht dunkle treppenhaus hinauf in den zweiten stock folgen.



nur mut - es lohnt sich. dort, im zweiten stock auf der rechten seite, geht es dann durch die wohnungstür und linker hand öffnet sich der verkaufsraum.







ganz charmant werden garne, stoffe, kurzwaren, magazine, bücher, aber auch portugisische handwerksprodukte präsentiert und inszeniert. das alles macht viel lust zum stöbern und ist dazu einfach wahnsinnig inspirierend. gut, dass ich mir vorher schon eine kleine wunschliste zusammengestellt hatte und wußte, was ich auf keinen fall verpassen wollte: zum einen das studio linen von erika knight (*klick*), das ich im märz auf der h&h gesehen hatte und das ich für ein pullover-projekt aufstocken wollte sowie die sockenwolle mondim der rosa pomar-eigenmarke.



allein die mondim-etiketten sind so zauberhaft...

3x studio linen in dunkelblau für einen sommerpullover
beim stöbern durch den laden konnte ich auch noch einen blick (und einen griff) auf das letzte verbliebene mungo-knäuel ergattern (eine woll-baumwoll-mischung aus recycelten faserabfällen portugisischer spinnereien (*klick*)), die mich ebenfalls sehr begeisterte. allerdings läßt sich mit nur einem knäuel kaum was anfangen. da fiel das standhaft-bleiben nicht so schwer (aber so ganz lässt es mich noch nicht los. zum glück gibt es ja online-shopping und internationalen versand).

filipe, der nette, bärtige kerl hinterm tresen oben im bild hatte auf alle meine fragen und wünsche eine antwort oder das passende garn am lager. so bin ich ganz euphorisch und mit wunderbarer wolle ausgestattet aufgebrochen und habe das wunderland wieder verlassen, um weiter lissabon zu entdecken und leckere pastéis de nata zu essen.

retrosaria rosa pomar
rua do loreto 61, 2. stock rechts
1200-241 lissabon

portugal

kontakt:
retrosaria@me.com

öffnungszeiten:
dienstag bis samstag10.00-19:00 uhr
geschlossen sonntag und montag
facebook: retrosaria
instagram: rosapomar


* bevor es am letzten montag früh schon wieder hieß koffer packen und ab zum flughafen, ging es am sonntag zuvor noch für einen tag ans meer. und beim umsteigen in die regional-bahn nach cascais lieferte mir die metro-station cais do sodre ganz unerwartet das perfekte thema für diesen blogpost: folge dem weißen kaninchen.



was in der bahnstation wohl eher auf die gehetzten pendler anspielt, spiegelte für mich genau meine eindrücke wieder als ich mich am freitag zuvor aufmachte, das wunderbare rosa pomar zu erkunden. 

**und nein, ich male nicht so wunderbare aquarelle - ich mache nur die fotos und den rest besorgt dann #waterlogue ;)

Donnerstag, 22. Juni 2017

konfrontation for the win

gibt es sowas wie eine pullover-strick-phobie? seit jahren tue ich mich schwer mit selbstgestrickter kleidung. der projekt-focus bei der wollbindung liegt deshalb auch unbestritten im accessoire-bereich (aber ich bin halt auch eine sehr große liebhaberin von tüchern und shawls).
selbstgestrickte pullis oder auch strickjacken brauchen bei mir eeeeeewig bis zur fertigstellung. das beste beispiel dafür waren zuletzt die 2 jahre für das linen tee oder auch der schon gut abgehangene projekt-status beim breathing space.



laut wikipedia empfiehlt sich bei gut strukturierten phobien eine konfrontationstherapie. wissenschaftliche studien bescheinigen ihr eine hohe wirksamkeit und wer bin ich, das in zweifel zu ziehen? ganz im gegenteil. vielmehr feiert hier das motto "nach dem pulli ist vor dem pulli" fröhliche urständ, und ich habe das neue sommerpulli-projekt schon aus der taufe gehoben, da war das linen tee noch nicht ganz trocken. 

als versierte strickerin mit einem gut gefüllten wolllager hatte ich zudem beizeiten vorgesorgt. so lagerte das wunschgarn für das neue projekt bereits seit zwei jahren ein. ito sollte es diesmal sein - meine premiere. gima 8.5, eine baumwollqualität gemeinsam mit niji als beilauffaden mit farbverlauf.
.


um aber auch meine bitter gemachten erfahrungen der letzten jahre zu berücksichtigen und mir das therapeutische stricken nicht noch schwerer zu machen, musste das neue projekt diesmal diverse anforderungen erfüllen:
  • keine streifen (das motivierende streifen stricken funktioniert ja gerade schon beim breathing space nicht)
  • top-down (bei bottom up hänge ich am ende nur wieder am ausschnitt und komme nicht weiter)
  • seamless (logisch)
  • maschenprobe 24m x 33r (am liebsten)
anhand dieser wunschparameter klapperte ich meine ravelry-queue ab und dachte auch über das neue modell von ankestrick nach, den summer. und genau der erfüllte schließlich die punkte 1-3 haargenau und kam auch der maschenprobe angenehmerweise so nahe, das sich das mit einer größe größer prima lösen ließ.

und so konnte ich die vom linen tee gerade befreite 3.75-nadel gleich nutzen, um mein sommergestrick 2017 anzuschlagen, das hoffentlich nicht zum sommerpulli 2019 mutiert.




bislang verläuft jedoch alles ganz smooth und nach plan. die verkürzten reihen für den ausschnitt und die schultern sind erledigt und auch die ärmelmaschen habe ich schon stillgelegt. aktuell stricke ich nun an der höhe der armausschnitte herum, bevor ich wieder alles auf eine nadel nehmen kann, um in runden den körper zu stricken. da könnte man ja schon fast sagen: der drops ist gelutscht. 

aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich da nicht noch untiefen wittern würde. also: nur nicht zu früh freuen, sondern lieber wieder ab auf die couch und schön weiter konfrontiert ;)

Sonntag, 18. Juni 2017

very #lazysunday


ganz ohne viele worte - ein sehr entspannter sonntag im frisch renovierten gartenhäuschen mit ganz besonderem besuch: der kleine kerl unten rechts im bild schaute sogar öfter vorbei.

Freitag, 16. Juni 2017

wollbindung on tour: lissabon - die planung

es wird zeit für eine neue städtetour. natürlich mit woll-faktor ;) diesmal geht es nach lissabon, und nach den guten erfahrungen mit der paris-planung im letzten jahr bin ich nun gespannt, wie das ganze nun für lissabon klappt.



auch diesmal werde ich mit meiner mama und meiner schwester unterwegs sein. da liegt der fokus auf alle fälle bei sightseeing und viel gemeinsamer zeit. dennoch möchte ich gerne ein bißchen qualitäts-wollzeit unterbringen.

die recherche

wie schon bei paris habe ich mich zunächst mal bei ravelry.com, knitmap.com und yarn-shops.com umgesehen.


Screenshot: ravelry.com
Screenshot: knitmap.com
Screenshot: yarn-shops.com

die treffer

interessanterweise liefert ravelry, die bei meiner paris-recherche am besten abgeschnitten hatten, nun die wenigsten ergebnisse. deutlich mehr waren es bei knitmap; die meisten treffer gab es dann bei yarn-shops.

bei einem genaueren blick auf die ergebnislisten, macht es ravelry dann wieder am besten. jeder shop hat eine gut gepflegte übersichtsseite, die auf einen blick die wesentlichsten infos liefert:
adresse, öffnungszeiten, webpräsenzen und - ganz wichtig! - die dort gekauften und auf ravelry erfassten garne (ie. das sortiment). schließlich muss ich bei meinem kurztrip nicht unbedingt einen laden aufsuchen, der dann garne anbietet, die ich genauso gut hier vor ort kaufen kann. 

bei knitmap sind diese informationen mal mehr, mal weniger verfügbar und angaben zum sortiment fehlen leider ganz. ab und an gibt es auch kommentare von nutzern, die die läden bewerten und dann wiederum ganz hilfreich sein können.
yarn-shops bietet zu seinen treffern nur noch je eine seite mit adresse und links zu webpräsenzen und fotos (so vorhanden...). damit schneidet das portal für mich am schwächsten ab.

wohin solls gehen?

da ich diesmal vor ort zeitlich so limitiert bin, gibt es keine top4-liste wie in paris, sondern nur einen ganz klaren favoriten, den ich mir auf keinen fall entgehen lassen möchte: das rosa pomar, das mir übrigens auch schon ganz unabhängig von meinen recherchen empfohlen worden war. 


screenshot: retrosaria.rosapomar.com

ein blick bei ravelry zeigte schon, dass ich hier das interessanteste und für mich beste woll-angebot finden werde. zudem liegt der laden zentral im bairro alto und ist auf  touristischen streifzügen gut zu erreichen. und ganz besonders freue mich dabei schon auf das studio linen von erika knight, das ich in köln auf der h+h kennengelernt habe. da überlege ich auch schon an einem projekt herum, einfach, weil ich das garn so schön finde.

viel schief gehen kann ja nun nichts mehr. und ich kann mich ganz entspannt noch ein bisschen rundum informieren und auch vorfreuen ;)



Montag, 5. Juni 2017

let´s talk about sockblanks, baby!

ich bin sockblanks-süchtig und habe zur zeit einen riesengroßen spaß dabei, aus bunt gefärbten "stricklappen" socken zu stricken. interessanterweise sind sockblanks gar keine so neue sache, aber gerade haben sie eine kleine, feine renaissance. 
hier bei der wollbindung habe ich 2008 schon mal beim tausendschön in saarbrücken ein 50g-sockblank (da hieß es noch sockenzauber) selbst gefärbt und zu sneaker-socken verstrickt. damals erschien mir die idee dahinter noch nicht sooo wahnsinnig aufregend, aber inzwischen muss ich sagen: diese sockblanks bieten ziemlich reizvolle möglichkeiten.

sockblanks sind maschinengestrickte stücke mit offenen kanten oben und unten. es kann also einfach an der oberen kante aufgezogen und direkt wieder verstrickt werden. zwar ist der faden (wie bei jedem schon mal gestrickten garn) etwas kräuselig, aber das gibt sich spätestens nach dem ersten waschen oder blocken wieder. 


dass ich heute darüber schreibe, liegt aber zuallererst einmal an liesa und ihren nigelnagelneuen sternenstaub-sockblanks, die sie ganz frisch zur atelier-eröffnung im angebot hatte. ich war direkt so begeistert von ihrer angestrickten sockblank-socke, dass ich mir als atelier-eröffnungs-souvenir direkt selbst eines kaufen musste. 




ein richtiges punk-sockblank könnte man sagen und es war zum einen sehr, sehr spannend, es zu verstricken (wie die farben sich entwickeln und welche effekte entstehen),  zum anderen hat mich sehr begeistert, wie klar und leuchtend die farben waren und auch im gestrick blieben.


tolle effekte wie handgesponnen


anfangs war ich wirklich überrascht, wie grünstichig die socke wurde, da doch das sockblank viel naturfarbener erschien, aber das macht dann genau den reiz wieder aus. und besonders bei diesen wilden färbungen entstehen ähnliche effekte wie bei handgesponnenem garn. 




um auch bei der zweiten socke ähnliche farbeffekte zu erzielen, habe ich das sockblank nach der ersten socke einfach komplett aufgezogen und von der anderen seite verstrickt. das hat wunderbar funktioniert und das ergebnis sieht nun so aus:





nachdem diese socken fertig waren, war ich so begeistert, dass ich bei liesa gleich das nächste sockblank geordert habe. diesmal eines mit blockstreifen. ich mag diese langen farbverläufe generell. sockblanks haben dabei aber noch die charmante eigenschaft, dass der farbwechsel geringelt stattfindet, da sich die farbe nicht genau an einer bestimmten stelle ändert sondern eben über ein paar reihen des gestrickten sockblanks. 

doch lieber lange degradé- oder farbverläufe?


um besser zeigen zu können, wie das nun verstrickt aussieht, habe ich hier die einzelnen teile fotografiert. wie so eine foto-love-story :D









damit sich nun bei socke no. 2 die farben ähnlich verteilen, stricke ich auch hier wieder von hinten nach vorne. also: sockblank aufziehen und wieder bei orange anfangen.


fast zu schade zum verstricken - bedruckte sockblanks


neben den wilden färbungen und solchen mit langen farbverläufen gibt es (vor allem in übersee) noch einen ganz anderen trend: bedruckte sockblanks, die bisweilen fast zu schade zum verstricken sind:

mit vögeln, gesprenkelten vögeln, prinzessin leia, käfern, regenschirmen...und das ist nur eine kleine rundschau. etsy bietet das einiges.

falls ihr nun auch mal sockblanken möchtet, kommt hier die kleine, feine für den ersten einstieg:


  • international, z. b.
    easyknits sushi-rolls (lange farbverläufe)
    oder mal "sockblank" bei etsy in der suche eingeben
sowie ein guter einstiegs-artikel dazu bei craftsy (englisch).

ABER AUCH
ganz herzlichen dank für all das positive feedback und kommentare hier, auf instagram & facebook zum linum tee! auch wenn es mich während des strickens so geärgert hat, bin ich sozusagen sofort wieder aufs pferd gestiegen und habe das nächste sommerpulli-projekt angeschlagen. diesmal topdown mit shortrows und in runden. es wäre doch gelacht, wenn es diesmal nicht entspannter läuft.

Dienstag, 30. Mai 2017

was lange währt oder auch: wie mich the fisherman rib den letzten nerv kostete

als ich am sonntag endlich, nach mehr als 2 jahren, das linum tee fertig strickte, war ich zwischenzeitlich so sauer, dass ich es beinahe wieder mal in die ecke gepfeffert hätte. dann hätte es nochmal ein jahr gedauert. es gibt so gestricke. einfach fürchterlich.



dabei hatte alles so hoffnungsfroh begonnen. mit einem tollen besuch in der mercerie, meinem ersten garn von quince & co sowie einem wohlüberlegten wunschprojekt. aber wie es dann immer so ist: der herbst kam und ich strickte immer noch. 

zwischendrin wurde dann klar, dass mir das garn nicht reichen würde und ich setzte himmel und hölle in bewegung, um noch einen letzten strang aus demselben farbbad zu ergattern. uffz - hat geklappt. 



letztes jahr lag ich dann schon mal in den letzten zügen, nur um dann festzustellen, dass ich beim fisherman rib-muster zweimal das garn nicht richtig erwischt hatte und das garn jeweils nur halb in der masche verstrickt war. dummerweise lässt sich dieses patentmuster mit tiefergestochenen maschen in hin- und rückreihen überhaupt nicht gut durch "masche fallen lassen und wieder hochstricken" reparieren. im gegenteil. als es dann ganz schlimm aussah, habe ich halt wieder aufgeribbelt. und neu gestrickt. ich glaube, insgesamt habe das muster vorne und hinten drei- oder viermal neu gestrickt. am sonntag dann fast schon wieder. denn da entwischte mir eine masche beim schließen der schulternähte. aber die habe ich dann doch wieder erwischt. das dumme ding.



dabei ist weder die anleitung noch das garn nicht zu empfehlen. im gegenteil: das leinengarn strickt sich eigentlich sehr prima und das gestrick trägt sich wirklich angenehm bei den aktuellen hochsommerlichen temperaturen. nur für mich war eben dieses patent-dings einfach nicht das richtige und so halb abgestrickte maschen kann ich eben nicht leiden...

aber nun - hallelujah! - ist es fertig. mit angestrickten bündchen am ausschnitt und an den ärmeln. mit vernähten fäden. und gewaschen. und getrocknet (was ja schnell ging bei diesen hochsommerlichen temperaturen). und bereits angezogen und ausgeführt. denn was mich so nervt beim stricken, das muss dann halt beim tragen spaß machen! insofern: haken dran. und das nächste sommergestrick wird dann halt wieder entspannter.

linum tee, von bristol ivy, 261g sparrow von quince & co (100% leinen), col. juniper, nadeln 3.5 & 3.75, gestrickt vom 01. mai 2015 - 28. mai 2017.

Dienstag, 23. Mai 2017

wollbindung näht: die shibori-tasche

für alle, die sich vielleicht schon gewundert haben, was da für ein rumpf-post online war (und leider wohl noch per rss-feed ausgeliefert wird) - man sollte auch wochenends nicht vor dem ersten kaffee an den blogbeiträgen rumfummeln und die ersten halbsätze schon mal aus versehen online stellen... für alle tipps, wie ich den rss-feed nachträglich noch mal aussteuern kann, wäre ich zudem ewig dankbar. 
aber nun kommt erst mal die auflösung und die ganze geschichte zum letzten samstag ;)

DENN ES WAR SO:
seit dem shibori-workshop bei renna deluxe im letzten juli wollte ich so gerne das stück baumwollstoff, das ich dort unter anderem gefärbt hatte, in einer tasche verarbeiten. allerdings war mir auch sehr klar, dass ich - bei einem solchen unterfangen ganz auf mich allein gestellt - kläglich scheitern würde. denn irgendwie will der nähknoten bei mir nicht so recht platzen. obs an der mangelnden übung liegt? zumindest in meinen nähkursen hatte ich eigentlich immer viel spaß, nur zuhause - allein an der nähmaschine - bin ich eher gestresst als fröhlich werkelnd.

umso erfreuter war ich, als grit hoff vom gleichnamigen nähatelier (bei ihr hatte ich schon ein paar kurse besucht (einsteigernähen, patchwork & applikationen) einen taschen-workshop anbot, was so perfekt zu meinem plan passte, dass ich das einfach machen musste. und kursleiterin war nicole mouzon/ la petite france, die ich sogar schon kannte. 

das ganze taschenmaterial wie tragegurte, reißverschlüsse und das vlies zum verstärken habe ich in frankfurt bei wächtershäuser gekauft. ich arbeite da um die ecke und in der mittagspause ließ sich das prima erledigen, zumal der laden in sachen kurzwaren keine wünsche offen läßt.
da der shibori-stoff gesetzt war, suchte ich im stoffladen zwei ecken weiter als taschenstoff einen dunkelblauen jeansstoff aus und wählte für das futter einen ebenfalls jeansblauen stoff mit sternchen, der das ganze ein bißchen weniger streng macht (allerdings gab es auch nicht viel alternativen, fand ich).



am letzten samstag stand ich also wohl ausgestattet und auch ein bißchen aufgeregt im nähatelier (am freitag abend zuvor hatte ich mich beim handgemacht ja schon in einen ganz heiteren modus gestrickt *klick*). 
mit dabei waren zwei weitere mitstreiterinnen - also ein ein kleiner, feiner workshop. und es war perfekt, dass wir alle keine wahren näh-könnerinnen waren, aber dafür mit viel eifer bei der sache. so wurde es wirklich lustig und ein toller, kurzweiliger tag. 

zunächst haben wir alle teile (27!) zugeschnitten und - wo nötig -  vlies und verstärkung aufgebügelt. anschließend starteten wir mit der tasche auf der tasche, die gleich 2 reißverschlüsse hat (und man ahnt es: reißverschlüsse einnähen ist ja eine knifflige sache) allerdings finde ich, dass ich mich recht achtbar geschlagen habe und bin, auch wenn der obere reißverschluss leicht schief eingenäht ist, ziemlich zufrieden mit der shibori-musterung und überhaupt. 


innentasche auf innenfutter

danach konnte mich eigentlich nichts mehr schrecken, auch wenn ich die eine oder andere naht auch tapfer wieder aufgetrennt habe, wenn die maschine nicht ganz so nähte, wie ich wollte. und sogar die tragegriffe habe ich hinbekommen.  


nach dem wenden - sieht ja schon mal wie eine tasche aus...

dank nicoles anleitung und erklärungen hat alles prima geklappt und ich bin wirklich und wahrhaftig am nachmittag mit einer komplett selbstgenähten tasche rausspaziert!


das gute stück


taschen-schau - dreimal anders

dummerweise bin ich nun schrecklich übermotiviert und würde am liebsten gleich weiternähen (ich sag ja: im kurs macht es einfach mehr spaß). am besten sichte ich mal die bestände hier. und netterweise gibt es bei grit immer wieder ein offenes altelier zum individuellen nähen. vielleicht wäre das fürs weitere nähen eine idee.