Sonntag, 18. Februar 2018

narrenfreiheit

ähnlich wie vor zwei wochen packte es mich auch an diesem wochenende: die socken der #regiahyggesockenaktion laufen gemütlich und unaufgeregt, aber der rockin´ rows nervt mich. da bin ich unkonzentriert und mache dumme fehler (zu- statt abnahmen, 4 reihen mehr als nötig etc pp). ich stricke da mehr zurück als vorwärts. doch anstatt mich da nun mit ein bißchen hirn dahinter zu klemmen, habe ich stattdessen am freitag abend maschenproben gestrickt und gestern kurzerhand ein pulli-projekt gestartet. ein bißchen wundere ich mich da über mich selbst, aber ach - was solls denn auch. solange ich keine wolle kaufe, ist bis ende märz alles erlaubt ;)

zudem habe ich prima gründe für das pulligestrick - wie ich finde:

  • seit kate davies carbeth veröffentlicht hat, bin ich nämlich verliebt in diesen pullover. 
  • als frischgebackene wohnmobilistin fehlen mir direkt ein paar kaltwettertaugliche oberteile
  • hier liegen  schon länger 13 knäule largo von lang yarns und harren einer guten idee
  • dann war da auf ravelry das top-down-gestrickte carbeth-projekt (eigentlich ist der nämlich bottom-up und das stricke ich ja nicht so gerne)
  • in der nächsten woche gibts extra strickzeit dank stricktreffen und knit-night im lieblingswollladen
also nichts wie ran an die 7er-nadeln und losgelegt. als vermaßungsbasis habe ich einen ähnlich geschnittenen und gut sitzenden winterpulli gewählt und tüftel nun mit ein bißchen dreisatz an der maschenprobe und meinem top-down-ansatz herum. bislang läuft es aber gut und sieht auch aus wies soll: 



was auf den fotos etwas grau und eintönig daherkommt, ist eigentlich eine ganz spannende farbgeschichte mit viel farbspiel in einem schönen braun-grau. allerdings bei diesem winterlicht kaum einzufangen.



der einzige wermutstropfen bislang: es könnte ein bißchen knapp werden mit dem material (das garn gibt es schon gar nicht mehr auf dem markt!) aber da habe ich schon ein paar plan b-ideen. 

jetzt werde ich mal sehen, wie weit ich heute noch komme und irgendwie freue ich mich gerade wie ein kind über dieses spontane und ein bißchen bekloppte pulli-projekt. schließlich sind weder pullover noch unklare projekt-ausgänge mein fall. aber gerade läufts und ich hab ein gutes gefühl bei der sache. dazu kommt, dass ich kate davies ende mai auf dem woollinn in dublin sehen werde - sie wird dort ihr buch handywoman vorstellen und ich hab schon ein ticket dafür. ihre arbeit und ihre designs sind einfach so großartig. höchste zeit also auch selbst etwas davon zu stricken.

ABER AUCH
ich habe die präsentation für euch von letzter woche nicht vergessen - die kommt noch ;) 

Sonntag, 11. Februar 2018

die wollbindung-umfrage: wir sind viele - von trends, märkten und nutzer_innen

ende märz wird es wieder neue zahlen geben, denn da veröffentlicht die initiative handarbeit e.v. während der h&h in köln jeweils die neuen marktzahlen. und was wir eigentlich schon alle wissen (nämlich, dass handarbeit hygge, yoga und überhaupt eine coole sache ist), erstaunt doch immer wieder außerhalb (und vielleicht auch ein bißchen innerhalb) der handarbeits-, crafting- oder strickszene: wir sind viele! 

das war dem telegraph, eine der großen britischen tageszeitungen, auch jüngst einen recht umfänglichen artikel wert, 
A nation of knitters: how crafts became Britain's fastest-growing creative industry

der allerdings gleich mal handarbeit & handwerk* als alten hut abstempelt und sich dann doch wundert, dass es sich dabei um einen wachsenden markt handelt (allein um +44% in den letzten 6 Jahren in GB!). 



gesamtmarkt handarbeit in D in Mio € / quelle: initiative-handarbeit.de 

in deutschland hat der handarbeitsmarkt im selben zeitraum um gut 22% zugelegt (klick aufs bild machts groß) und konsolidiert sich aktuell auf auf dem niveau der letzten jahre. besonders erheiternd finde ich ja, dass man in bei den deutschen Marktzahlen  2013 den boshi-gipfel ziemlich genau zuordnen kann. und auch die google-trends zeigen den boom, den die häkelmützen von myboshi hierzulande losgetreten haben:
blieb die rote linie (häkeln) seit 2004 jeweils hinter den suchanfragen zu stricken (blau) und nähen (gelb), gibt es 2013 einen deutlichen ausschlag, der das stricken zwar nicht ganz erreicht, aber das nähen deutlich überholt. 

screenshot google trends am 15.01.2018 zu den suchanfragen
im bereich stricken, häkeln, nähen, sticken und weben.

und wenn nun schon in den google-trends so deutlich zu sehen ist, dass in deutschland das interesse (=suchanfragen zu den themen) an handarbeit gestiegen ist, dann schauen wir doch mal genauer hin, wie die handarbeitenden im textilen bereich das internet so nutzen für die besten hobbies der welt.

passend dazu habe ich also im letzen herbst die umfrage wiederholt, die daniela und ich im frühjahr 2013 mal aufgesetzt hatten. wie beeinflussen sich online-nutzung & handarbeitsverhalten und hat sich da etwas in den letzen 5 jahren getan? 

im folgenden stelle ich die antworten zu den einzelnen fragen genauer vor, die ich jeweils den ergebnissen von 2013 gegenüber stelle. alle sheets mit den gebündelten antworten wird es dann im laufe der nächsten woche auch bei slideshare zum durchklicken und runterladen geben.

und außerdem an dieser stelle ganz herzlichen dank an den mann hier, der das alles so zauberhaft und liebevoll (wir haben sehr gelacht bei dem angelnden bärchen für "on-line") visualisiert hat - du bist der beste - sowie an alle teilnehmer_innen. vielen dank für euren input!




beide umfragen wurden online durchgeführt mit q-set.de

bei der auswertung wurden jeweils nur die komplett ausgefüllten fragebögen berücksichtigt. das waren 2013 206 und 2017 249 stück. während 2013 nur 4 männliche teilnehmer dabei waren, haben sich im letzten herbst immerhin 28 kerle beteiligt. 



neben der frage nach dem geschlecht haben sich die teilnehmer auch ihrer altersgruppe zugeordnet. interessant dabei ist, dass die jungen handarbeiter_innen bis 25 jahre nicht wirklich erreicht wurden. die treiben sich - so scheints - nicht auf den blogs, die die umfrage geteilt haben oder eben facebook herum. daneben gab es aber einen überraschend hohen anteil an "alten hasen": 19% der teilnehmer_innen waren über 55 jahre alt und bei den 46-55-jährigen gab es ein plus von 20%. hier hat sich in den letzten 5 jahren etwas getan: diese altergruppe ist nun online angekommen.



seit wie vielen jahren handarbeitest du? während sich 2013 viele handarbeits-newbies, aber auch langzeit-crafter_innen beteiligten, verschob das sich 2017 extrem zu denjenigen, die mehr als 30 jahre handarbeiten. bei einem genaueren blick auf diese gruppe zeigte sich dann, dass viele davon in den letzten 8-10 jahren nach einer  pause damit wieder angefangen haben.



mit der nächsten frage geht es nun mitten hinein ins thema: was gab den anstoß mit der handarbeit (wieder) anzufangen? als antworten wurden verschiedenste möglichkeiten angeboten, aber auch ein freitextfeld. für das bild oben wurden die antwortoptionen grundsätzlich in online und offline geclustert.

hier hätte ich ja erwartet, dass das internet inzwischen weiter vorne liegt. pustekuchen! 2013 wie auch 2017 sind es vor allem die familie, freunde oder zeitschriften, die dazu motivieren, mit der handarbeit (wieder) anzufangen. auf platz 4 folgen dann bücher. vereinzelt wurde auch selfcare oder sebstverwirklichung nach einem einschneidenden lebensereignis genannt - handarbeit als entspannender gegenpol mit therapeutischem ansatz.

bei den online-angeboten, die zum anfangen animieren, liegen ebenfalls heute wie vor 5 jahren die blogs ganz weit vorne, gefolgt von ravelry für die stricker_innen und häkler_innen. abgeschlagen mit jeweils unter 4% und weniger folgen dann die sozialen medien (facebook, pinterest, instagram, youtube, twitter u.a). als bloggerin freut es mich natürlich, dass meine kolleg_innen und ich da so inspirieren und lust machen aufs textile selbermachen.



immerhin hat bei der inspiration und information rund um das nächste projekt das internet immer noch die nase vorne. wenn man denn handarbeitet (also der erste anstoß getan ist), dann findet man online projektideen, aber auch technische hilfe oder motivation. 

bei der frage wie informierst du dich über anleitungen, tipps, materialien, ideen? lagen im onlinebereich wiederum blogs und ravelry ganz vorne, gefolgt von facebook, pinterest, instagram und youtube. gerade bei facebook nehmen die gruppen ja gerade fahrt auf, aber auch die fanseiten der anbieter sind natürlich immer eine gute quelle. pinterest und instagram sind dann bildgetriebene angebote und youtube wird oft bei technikfragen zu rate gezogen.
offline liegen zeitschriften und bücher auch hier ganz vorne, gefolgt von treffen mit anderen craftern und anregungen bzw. angeboten in lokalen shops. hier zeigt sich nun, wie wichtig der persönliche austausch vor ort beim handarbeiten ist. was schon früher im familienkreis oder handarbeitszirkeln gut funktionierte, ist auch heute noch ein wichtiger bestandteil für alle textilen handwerker_innen.





und nun hieß es butter bei die fische - wie oft wird das internet für handarbeitsdinge genutzt?. hier gab es nun doch eine recht eindeutige entwicklung: waren es 2013 handarbeitsbedingt knapp 60% der teilnehmer_innen, die täglich oder sogar mehrmals täglich online waren, sind es 2017 immerhin 75%. noch eindrücklicher: der anteil derjenigen, die lediglich ein paar mal im monat oder seltener im netz surfen, sank von 27% auf 6,4%. 


zu guter letzt werfen wir noch einen blick darauf, wo die handarbeitenden ihre fertigen projekt so zeigen. auch hier ist das ganze stabil geblieben: 80% zeigen diese online; immerhin doch noch 16% verzichten ganz darauf. bei den portalen, auf denen darüber berichtet wird, haben die blogs zu 2013 ein wenig verloren (17% zu 11%), ravelry (+4%) und facebook (+3%) dagegen haben ein bißchen zugelegt. am meisten jedoch hat sich instagram gemausert: +11% seit 2013.

fazit

sicherlich wären die antworten etwas anders ausgefallen, wenn eine offline-umfrage möglich gewesen wäre. allerdings war das für mich aus kosten- und auch zeitgründen nicht machbar. insofern (und auch unter berücksichtigung der teilnehmerzahl) werte ich die aussagen eher als trend, denn als wirklich valide. dennoch sind die ergebnisse en detail ganz interessant, denn sie zeigen, dass sich web und reales leben im bereich der handarbeit ziemlich gut ergänzen können und dennoch das angebot vor ort wichtig ist (stichwort: lokale treffen, workshops, festivals oder eben das angebot in den lokalen geschäften). gerade was die sichtbarkeit von handarbeit angeht, profitiert diese extrem von den aktuellen möglichkeiten im web: materialien, fortschrittsbilder, projektfoto, technik-support, virtuelle knit-, crochet- und sew-alongs - um nur ein paar zu nennen. da kann jede_r online für sich das zusammenstellen, was sie oder ihn interessiert, inspiriert oder eben weiterhilft. 

bei uns stricker_innen und häkler_innen kommt noch dazu, dass wir mit ravelry ein absolut einzigartiges tool haben, um die eigenen projekte zu verwalten, aber auch zentral und komfortabel auf alle infos zu anleitungen, garnen, designern zuzugreifen. 

und nun eröffne ich gerne die diskussion - wie seht ihr diese ergebnisse? wo steckt der nachwuchs? und wie geht es weiter mit dem handarbeitstrend? was meint ihr?

*ich bin ja großer fan von dem begriff textiles handwerk , den monika andrae / fiberthermometer.de in ihrem vortrag zu diy-podcasts geprägt hat, denn als gelernte buchbinderin mit gesellenbrief sehe ich da viele parallelen zwischen den klassischen (oft männlich geprägten) handwerken und der (oft weiblich konnotierten) handarbeit: technik, know-how, erfahrung, übung und das gefühl für die materialien sind hier wie dort grundlegend. 

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Sonntag, 4. Februar 2018

karo-schal, gehäkelt, der

den kopf voller pläne und blog-themen, die locker für die nächsten monate reichen - doch anstatt diese planvoll und stetig weiter zu treiben, habe ich mir dieses wochenende davon einfach eine kleine auszeit genommen und dazu ein interims-projekt gegönnt, gemäß den weisen worten von john lennon: life is what happens when you are making other plans



der karo-schal ist dabei in mancherlei hinsicht ein besonderes projekt: 
zunächst bin ich nicht die versierteste häklerin, mach es aber ab und an ganz gerne. 
dann herrscht hier wollkauf-verbot bis ende märz, denn das lager ist voll mit den herrlichsten projekt- und lagerwollen. allerdings konnte ich einfach nicht nein sagen, als ich die gelegenheit bekam, das garn für einen der gehäkelten karo-schals geschenkt zu bekommen, die tanja steinbach im ard buffet am 16.01. vorgestellt hat. noch dazu in meiner lieblings-farbkombi á la burberry
und schließlich durchkreuzt er auch noch meine beiden februar-knit-along-vorhaben.
allerdings wollen gelegenheiten auch mal am schopf gepackt werden und schließlich ist das alles auch einfach ein hobby. restriktionen und deadlines habe ich im alltag schon genug. 

also dann: wenn schon ablenkung, dann wenigstens konzertiert und mit spass.
freitag abend ging es los und ich wollte einfach mal sehen, ob es bis sonntag abend klappen würde mit dem schal. 



zunächst werden also streifen gehäkelt. das ist sogar recht simpel: lediglich luftmaschen und halbe stäbchen ergeben zusammen mit dem fluffigen, aufgebürsteten garn (cloud von lana grossa) recht schnell den grundschal. am samstag abend konnte ich dann direkt (nach dem vorbildlichen vernähen diverser fäden) mit den längsstreifen anfangen. die werden mit kettmaschen in das gehäkelte netz aufgehäkelt und ergeben dann zusammen mit den querstreifen das bekannte karo.


links: zwischenstand am samstag um 16:30 uhr,
rechts: fertiger schal heute morgen um 11:30 uhr.
(und wenn man so konzentriert durcharbeitet, dann sind auch die zeitfenster für die zwischenstand-fotos rechts eng und fotografiert dann eben gelb-stichig am spätnachmittag).

heute morgen musste ich dann nur noch die fransen anknüpfen und frisieren. und nach einem liebevollen dämpfer aus dem bügeleisen (ganz vorsichtig ohne aufsetzen) ist der karo-schal nun fertig. so schnell kann es gehen - und ich denke mal, dass profi-häkler_innen nur knapp drei abende dafür brauchen werden. 


vorder- und rückseite - beide schön.



es ist ein echtes statement-teil und ich bin total begeistert von dem effekt mit den aufgehäkelten streifen. besonders schön auch: durch den degradé-effekt im grau-beige der hauptfarbe kommt da noch mal mehr leben in die bude. 

noch ein tipp: damit der schal nicht zu unbeweglich und filzig wird, immer schön locker bleiben beim häkeln. das vertragen garn und muster sehr gut.

gehäkelter karo-schal, von tanja steinbach, ca. 35x180cm (ohne fransen), 450g cloud von lana grossa (alpaka, merino, polyamid) in den farben 1(wollweiss), 12 (rot), 13 (anthrazit, degradé) und  109 (grau-beige, degradé, hauptfarbe) mit je 80m/50g, nadel #7, gehäkelt vom 02. - 04. februar 2018.

zum beitrag im ard buffet
zum beitrag bei tanjasteinbach.de

und nun gehts hier wieder weiter mit meinen knit-alongs und den anderen themen...

Sonntag, 28. Januar 2018

mit schwung hinein in den februar

ist es denn zu fassen? nun wird das fair-isle-mützen-projekt erst mal nicht fertig, weil mir ein nadelspiel in 3,75 fehlt. nur noch 10 reihen eigentlich - allerdings komme ich nicht mal mehr mit zwei rundstricknadeln gut im die kurve da oben an der mütz. nun denn, da das garn auch noch für die passenden handstulpen reicht, lohnt sich wohl die investition.* und bisher sieht das ganze auch schon prima aus.


somit bin ich an dieser front ein wenig ausgebremst, allerdings ist das nun mit ein paar wips zuviel sowie schönen knit-along-ideen auf facebook ja gar kein problem. zumal diese perfekt zu den hiesigen projekt- und wollvorkommen passen. ich mache also einfach weiter mit den ufos und dem stricken aus dem wolllager.


in der noch recht jungen strickmich! by martina behm – gruppe auf facebook startet am 01. februar ein knit-along für rockin rows. da meiner seit dem jahreswechsel etwas schwächelt, nutze ich doch gleich mal diese äußere motivation und schließe mich da an. zusammen strickt es sich noch netter als allein - auch wenn es "nur" virtuell ist.

schon morgen geht es dagegen los mit der #regiahyggesockenaktion im schachenmayr maschentreff - ebenfalls auf facebook. gemütliches socken stricken aus regia-garn. das kann ich, das habe ich schon mal gemacht ;) passenderweise liegt hier soviel sockenwolle (und unter anderem natürlich auch ganz prächtige regia-knäule), dass es ganz einfach war, ein passendes kleines socken-projekt zu finden.




selbstmusternd ist bisweilen etwas kritisch bei der mustersuche. da mir aber glatt rechts ein bißchen zu fad war, habe ich kurzerhand in den projekten der regia etudes color auf ravelry gestöbert (meine farbe heißt übrigens klarinette) und dort eine sehr hübsche sockenidee gefunden. die anleitung heißt down the rabbit hole (da fühlt sich mein hasen- und bücherherz sowieso gleich angesprochen) und sie bringt genaue die richtige dosis an herausforderung mit für hyggeliges sockenstricken. wie gesagt - morgen geht es los und mit 4 wochen für ein paar socken ist es ja auch nebenher prima machbar.



apropos hyygelig: kakteen sind da quasi die neuen einhörner. wobei ich ja noch ein bißchen schwierigkeiten habe, so einen stacheligen kaktus mit kuschliger gemütlichkeit zu assoziieren, aber die aussteller auf der creativeworld waren sich da ziemlich einig: kakteen gibts aus allen materialien und für jede lebenslage. sind aber auch sehr putzig. und ich konnte gleich mal meine keramik-kakteen als fotostatisten wiederbeleben. 





ich hatte auf alle fälle gestern einen zwar kurzen tag auf der messe, kam aber ein paar sehr schönen ideen nach hause.** stricktechnisch bietet die creativeworld allerdings nicht so viel. da gab es - wenn überhaupt - hauptsächlich sehr dicke garne oder farbverlaufsgarne mit mehr acryl als verstand. dann lieber kaktus-kissen oder welche aus pompoms...oder halt hyggelige socken.

* als ich noch eine junge strick-elevin war, dachte ich ja, das ziel wäre, jede nadelstärke einmal zu besitzen. da ahnte ich ja noch nichts von all den zwischen-zwischen-größen, die es nun gibt, den cubics, den trios oder gar solchen mit kugellager in der seilverbindung...

** die creativeworld in frankfurt ist (wie die h&h in köln ende märz) eine fach- und ordermesse für händler. als blogger konnte ich mich allerdings akkreditieren und durfte schon mal einen blick auf die aktuellen und neuen themen werfen.

Sonntag, 21. Januar 2018

wollbindung im museum: das stadtmuseum hornmoldhaus in bietigheim-bissingen

gleich mal vorweg: leute, fahrt nach bietigheim-bissingen! ob als tagesausflug, stippvisite oder verlängertes wochenende - es lohnt sich sehr, denn das städtchen ist ausnehmend hübsch, mit einer gemütlichen altstadt, wunderbaren fachwerkhäusern, mit kleinen cafés und lädchen.
und dazu gibt es noch bis zum 22. april eine ganz zauberhafte ausstellung im dortigen stadtmuseum, dem hornmoldhaus, die die herzen von uns allen höherschlagen läßt (ich gehe mal davon aus, dass alle, die hier lesen, sich fürs stricken oder auch allgemeiner für handarbeit interessieren) ;)


(c) hornmoldhaus, bietigheim-bissingen


und genau wegen dieser ausstellung habe ich mir am letzten donnerstag das rollköfferchen geschnappt, dazu laptop und ein 29 seiten-skript eingepackt, und bin - trotz orkan friederike* - mit dem zug in den süden gereist. das stadtmuseum hornmoldhaus hat mich nämlich angefragt, begleitend zur ausstellung einen vortrag zu halten, basierend auf dem thema, das daniela warndorf und ich im mai 2013 auf der re:publica behandelt haben: handarbeit und internet. wechselwirkungen, marktentwicklung, trends und nutzung. 

als die anfrage im letzten juli hier eintrudelte, war mir schnell klar, dass ich nach 5 jahren das ganze neu aufziehen musste. schließlich ist seit mai '13 und anfang '18 eine menge passiert. handarbeit ist noch viel sichtbarer im netz als damals. allein die ganzen facebook-gruppen, die letztes jahr gefühlt wie pilze aus dem boden schossen. oder auch immer umfänglicher werdenen trends, techniken und themen, die sich am markt durchsetzen: 2-farbiges patent, mosaik stricken oder die tollen mehrfarbigen socken von stine&stitch. vor 5 jahren sah das alles noch ein bißchen anders aus. 
ravelry hat nun 4.5 millionen nutzer mehr und auch die deutsche adaption der damals brandneuen great britisch sewing bee ist nach 2 staffeln wieder passé. flankierend dazu habe ich auch die kurze umfrage von damals wiederholt und war doch überrascht von den ergebnissen - die sind auf alle fälle noch einen weiteren blogbeitrag wert.

mit diesen überlegungen und noch etwas mehr hatte ich also meinen vortrag für den donnerstag abend geplant und der mann hat die weltbesten folien dazu gemacht.



damit ich mir selbst auf alle fälle noch die ausstellung ansehen konnte, war ich schon mittags vor ort. das hornmoldhaus, ein bürgerhaus aus dem 16. jhdt., das das stadtmuseum beherbergt, liegt dabei ganz zentral zwischen rathaus und schloss, ganz nah am marktplatz und in sichtweite der kirche. es zeigt schon von außen eine sehr beeindruckende fachwerkarchitektur. aber nochmal so schön ist es dann von innen, denn die komplette original-ausmalung war erhalten geblieben (unter mörtel und farbe sowie vergessen) und konnte aufwändig restauriert werden.
und in dieser außergewöhnlichen umgebung könnt ihr dann gleich im erdgeschoß die oben erwähnte, sehr umsichtig und mit viel liebe zum detail zusammengestellte ausstellung besuchen, die das thema macht handarbeiten glücklich - von der notwendigkeit zur selbstverwirklichung sowohl historisch als auch künstlerisch betrachtet. 



bei dem hasen-maßband samt nadelkissen war ich natürlich gleich nochmal begeisterter :) und hier unten gibt es strumpfgesetze! anhand der angeschlagenen maschen - die die lehrerin zu bestimmen hat  ;) - ergeben sich da die reihen für bündchen und schaft, aber auch die anzahl der abzunehmenden maschen an der wade. das müsste ich direkt mal ausprobieren, wenn ich denn kniestrümpfe stricken würde...



häkelkunst: kakteen, gehäkelt von valentina sobotta, valentinahaekelt.com
the fridge, ein komplett gestrickter(!) kühlschrankinhalt, samt wurstsammlung
von madame tricot, madametricot.ch
aber auch der weg in den ersten und zweiten stock lohnt sehr. hier ist die dauerausstellung zum haus und der stadt untergebracht, die ebenfalls sehr sehenswert ist. anschließend könnt ihr noch sehr entspannt im städtchen bummeln und dabei kaffee trinken, shoppen und skulpturen abbummeln (stichwort: skulptour) und noch mehr fachwerk bestaunen. 




abends fand sich dann trotz warnungen vom deutschen wetterdienst eine ganz großartige gruppe an zuhörerinnen ein. es war unglaublich herzlich, interessiert, offen und nach meinem vortrag waren wir direkt mittendrin in fachfragen zu anleitungen, mehrfarbigen stricken, guten tipps und ideen.  





an dieser stelle nochmal ganz herzlichen dank an die museumsleiterin frau ille-kopp und an laura spiegler, die mich anfragte, für die einladung ins hornmaldhaus und den herzlichen empfang und abend. und außerdem an all die tollen frauen, die sich am letzten donnerstag auf mein thema einließen. der ganze abend war ein perfektes beispiel dafür, wie handarbeit verbindet. und an alle, die hier nun mitlesen noch ein ganz herzliches willkommen hier im blog!

übrigens: meine instagram-story von dem tag ist als highlight über mein profil dort noch abrufbar.

SOWIE 
die umfrage bereite ich fürs nochmal extra auf - aber heute kommt erst mal besuch und dann will ich unbedingt noch das 2-farbige stricken weitertrainieren, denn da hab ich ja nun noch mal fadenspannungs-tipps bekommen ;)

*der woanders heftig wehte und mir lediglich einmal 30 minuten extra-wartezeit bescherte. echt glück gehabt.

Sonntag, 14. Januar 2018

2 fertig = 1 neu

neues jahr, zweite woche - ein bißchen alltag, viel vorbereitung für vortrag am 18.01. im hornmoldhaus und auch mal wieder im büro vorbeigeschaut. dank der langen weihnachtsferien hier in hessen, läuft das jahr da insgesamt etwas ruhiger an. was mir doch entgegen kommt. ich bin kein morgenmuffel, aber hektisch muss es auch nicht gleich sein - sowohl täglich als auch bei neuen jahren.

ich war also - dank nun wieder täglicher pendelei - fleißig und von den vielen fast fertigen dingen hier, sind nun 2 richtig fertig. bester zeitpunkt, wie ich fand, um das erste 2018er-projekt aus der taufe zu heben. 
gemäß der gefassten quasi-vorsätze (von wegen neue technik und dennoch wolllager abbauen) habe ich dann gestern abend kurzerhand ein neues fair-isle-projekt gestartet. gerade groove ich mich da noch mit einem klassichen 2re/2li-bündchen ein, bevor es knapp 60 reihen 2-farbig zu meistern gilt.


bei ravelry kann man sich übrigens ab diesem jahr auch schön selbst herausfordern, indem man sich selbst ziele steckt und dort vermerkt im eigenen profil vermerkt. das können bestimmte projekte sein, aber auch eine gewisse anzahl an projekten. da ich just meine queue bei ravelry deutlich ausgedünnt habe (sind aber immer noch 156 stück *hüstel*), habe ich mal 3 wunsch-projekte auf meine challenge-liste gepackt. mal sehen, wie das so funktioniert über das jahr.

jetzt nun aber zu den beiden ersten fertigen projekten 2018: 




die soxx, die ich letzte woche hier vorgestellt habe, sind nun fertig, gewaschen und getrocknet. sie passen und trotz ein paar unzulänglichkeiten im muster (meinerseits verursacht) bin ich hochzufrieden. da ich aber ganz wenig uni-farbene sockenwolle habe (eigentlich nur wollweiss und sonst nix) und auch erstmal nicht zukaufe, werden die nächsten soxx noch ein bißchen warten müssen. allerdings ist das jahr noch lang und die muster wahrlich zeitlos.

außerdem gemeistert: das letzte souvenir-knäuel aus dublin. das wurde eine warme mütze nach einem sehr detailliert und toll gemachten muster von the wool club aus berlin. bei den letzen reihen wurde ich prompt etwas nervös, ob das 200m knäuel überhaupt reicht. hat es. uffz. es blieben dann sogar 4,7g (>9m) übrig. nur für eine bommel reicht es nicht mehr. naja, da gibt es ja gute alternativen oder sie bleibt bommel-los. aber das überlege ich mir noch. 
alle bilder dieser mütze waren beim aktuellen januar-licht so schlimm, dass ich die hier einfach nicht reinpacken wollte. überhaupt war da heute so gar kein guter foto-flow im haus...

aber nun - hopp, hopp - geht es weiter mit den letzen arbeiten und der präsentation für den nächsten donnerstag. ich schwanke zwischen "oh, das wird gut!" und " warum mach ich das nur?". wenn letzteres zu arg wird, dann kann ich mich zwischendurch immerhin beim stricken wieder beruhigen ^^

soxx no. 13 aus: soxxbook von kerstin balke / stine & stitch,  je 50g jawoll superwash von lang yarns, col. beige & burgund, nadel 2.75, gestrickt vom 24. dezember 2017 bis 07. januar 2018

fleesensee, the wool club, 100g cushendale woollen mills 100% pure new wool dk, col. rust, nadel 4 und 4.5, gestrickt von november 2017 bis 13. januar 2018

Sonntag, 7. Januar 2018

neues & brandneues

das neue jahr mit all seinen premieren (der erste kaffee, das erste neue projekt oder auch das erste fertige) macht direkt viel lust auf neues. neue techniken zum beispiel oder auch neue ansätze bei all den bekannten und liebgewonnenen hiesigen stricktraditionen. 
und bevor morgen wieder der reguläre alltag losgeht (erster arbeitstag nach dem weihnachtsurlaub), kommt hier der erste blogbeitrag 2018:


ich liebe diese tage zwischen den jahren. herrlich zum entschleunigen. und obwohl hier ein paar zuviel projekte kurz vor vollendung stehen, habe ich mir einen waschechten christmaseve-cast-on gegönnt. ganz passend mit der tollen adventswolle aus dem #weihnachtswollwichtel* päckchen von louisa. das ganze war quasi ein rundum-sorglos-direkt-loslegen-paket für ein paar soxx aus dem tollen soxx book, das ich hier schon seit oktober liegen habe. nachdem bourley fertig war, habe am weihnachtsabend direkt mit den soxx n° 13 angefangen: socken mit fair isle-muster! socken gehen ja immer. fair isle hält mich immer in atem. somit eine hübsche kleine herausforderung. und vielleicht doch ein guter einstieg für mehr mehrfarbiges stricken (zumal gerade die herrlichsten pullover mit den schönsten musterpassen locken)?




die socken stricke ich aus der originalwolle (jawoll superwash von lang yarns) in den originalfarben (col. 22 und 61). das beige-melange sieht mit dem burgund einfach toll aus. und das muster ist sogar für so fair-isle-angsthasen wie mich wirklich schön zu stricken, denn die einzelnen farben liegen nie mehr als 4 maschen auseinander, so dass man nicht unbedingt die fäden auf der linken seite verschränken muss, um lange spannfäden zu vermeiden. während ich bei der ersten socke noch mit den beiden fäden auf zwei oder einem finger experimentiert habe, bin ich bei der zweiten socke nun auf den strickfingerhut norweger von prym umgestiegen. das hält ordnung in der wolle und auch die fadenspannung funktioniert überraschend gut. 



und dann kamen gestern endlich die crasy trio-nadeln von addi beim lieblingswollladen rein. also habe ich nach ferse einfach mal von klassischem nadelspiel auf den neuesten hotten sh*t im stricknadelbereich umgestellt. die socken mausern sich damit zum experimentierfeld in allen bereichen und spass macht es auch noch. beste voraussetzungen für das neue strickjahr. 

wobei nun im janaur und überhaupt im ersten quartal erst mal konsolidierung angesagt ist: 
denn hier liegen hier noch vier weitere projekte in mal mehr mal weniger vollendetem zustand herum. da soll in diesem monat auch noch was passieren. passenderweise gibt es dazu übrigens einen netten kleinen knit-along (kal) bei jetztkochtsie.com: #machdasufofertigKAL - irgendwie beruhigend, dass es anderen ähnlich geht ;) 
außerdem: kein wollkauf bis ende märz, sondern vielmehr stricken aus dem lager - es wird also auch in diesem jahr nicht langweilig beim stricken. ich freu mich auf alle fälle schon drauf. und als allererstes auf meine ersten fair-isle-socken.

* das #weihnchtswollwichteln ist eine hübsche, kleine aktion von katha / kitchenerstories: in der adventszeit wird ein kleines päckchen mit wolle für ein projekt und hübschen kleinigkeiten gepackt und verschickt, für eine kleine stricküberraschung rund um weihnachten.